Bauarbeiten am Bühlrückentunnel
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Heimatgruppe Niederschelden
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Ausgrabungsstätte "Gerhardsseifen"

Broschüre "Keltenzeit und Mittelalter am Gerhardsseifen in Siegen-Niederschelden" (Bewahrung und Präsentation einer frühen Werkstatt zur Stahlproduktion
Broschüre Gerhardsseifen 2019.pdf
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"Ein Spatenstich bei 'Keltenklima'", Ausschnitt aus der Siegener Zeitung vom 21. Mai 2019
SiegenerZeitung21052019Gerhardsseifen.pd[...]
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"Gerhardsseifen: Eröffnung für 2020 anvisiert", Ausschnitt aus dem Siegerlandkurier vom 13. April 2019
AusschnittSiegerlandkurier13042019Eroeff[...]
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Gerhardsseifen ist eine einzigartige Grabungsstätte für unsere Region und eine Fundstelle von europäischem Rang. Denn die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland ist außergewöhnlich für Mitteleuropa.


Die Waldgenossenschaft Siegen-Niederschelden als auch die Heimatvereine Niederschelden und Niederschelderhütte  ergriffen die Initiative. Sie regten 2012 die Ausgräber am Gerhardsseifen dazu an, die Bewahrung und öffentliche Präsentation der archöologisch ergrabenen Strukturen in Betracht zu ziehen, nachdem ein ungewöhnlich hohes Interesse der Bevölkerung zu verzeichnen war. Dieser Initiative folgte ein breites und positives Medienecho sowie die große Anteilnahme von Politikern der Stadt Siegen, des Kreises Siegen-Wittgensteins und sogar des Bundes.


Die Forscher entschlossen sich daher von ihrem ursprünglichen Ziel abzuweichen, die vorgefundenen Betriebsstrukturen nicht vollständig auszugraben und damit zu zerstören, sondern die wichtigsten Elemente zu erhalten - dies ist eine einmalige Chance.

 

Diese einmalige Chance muss genutzt werden! Denn diese Ausgrabungsstätte ist heute die einzige in unserer Heimat, wo eine „Werkstatt“ des prähistorischen sowie mittelalterlichen Siegerlandes großflächig erlebt werden kann, bei gleichzeitig ausgezeichneter Erhaltung. Alle bislang bekannten ausgestellten Modelle oder Ausgrabungsbefunde der Region waren entweder zu begrenzt, nicht nach originalen Vorlagen rekonstruiert oder sie sind heute bereits vergangen.


Neben der wissenschaftlichen herausgehobenen Bedeutung
rechtfertigt das in der Region rege öffentliche Interesse an der Ausgrabungsstätte deren dauerhafte Bewahrung und Präsentation.


Wie können die sensiblen archäologischen Befunde zugleich geschützt als auch präsentiert werden? Die Lösung ist ein Schutzbau, der die Befunde vor Licht und Witterung schützt und durch große Fenster Ein- und Überblicke bietet.

 

Eine moderne Architektur mit Kortenstahlfassade stellt einen engen Bezug zu den Ausstellungsobjekten der Stahlerzeugung her. Die Gestaltung des Außengeländes präsentiert auf unterschiedliche Weise die eisenzeitliche Landschaft und ausgegrabene Strukturen verschiedener Epochen.


Der wartungsarme Schutzbau kann zugleich Kristallisationspunkt als auch Beginn mehrerer Themenpfade sein, die Elemente der eisenzeitlichen bis mittelalterlichen Montanlandschaft präsentieren und bereits existierende
Themenpfade zum Berg- und Hüttenwesen miteinander verknüpfen.

So könnte ein geigneter Schutzbau aussehen: Die sensiblen Befunde könen von außen über zwei Öffnungen gut eingesehen werden. Gleichzeitig sind die archäologischen Strukturen licht- und witterungsgeschützt.
Außerhalb des Schutzbaus werden durch zwei Kreise die Grundflächen der Meiler des 17. Jahrhunderts angedeutet.
Der Schutzbau - ein kultureller Leuchtturm in einem Wegenetz von Themenpfaden.

Konservierung der Ausgrabungsstätte

Am 28. Juni 2018 war ein großer Tag für all die Menschen, die sich seit Jahren mit großer Begeisterung um die Ausgrabungsstätte "Gerhardsseifen" bemüht, Gelder gesammelt und Netzwerke aufgebaut haben, um diesem Projekt den wichtigen Anschub zu geben.

 

Im Oberen Schloss wurde dieser Einsatz nun mit der Übergabe eines Förderbescheides über 150.000 Euro gewürdigt. Ekhard Uhlenberg, Präsident der NRWStiftung, übergab den Bewilligungsbescheid symbolisch an Friedrich Schmidt, Vorsitzender des "Trägervereins Ein Siegerländer Tal e.V." Dieser Verein, vor kurzem neu gegründet, wird das Projekt künftig begleiten und betreuen. Uhlenberg lobte bei seinem Besuch das Engagement der zahlreichen Vereine, die sich in dem Trägerverein zusammengeschlossen haben. Erstmalig ist für ihn die Erkenntnis, dass das Zusammenwirken der Vereine auch über die Landesgrenze hinaus bestens funktioniert.

 

Siegens Bürgermeister Steffen Mues erinnerte an die Bedeutung der Funde. Bei dieser Grabung sind zum erstenmal im Siegerland an nahezu gleicher Stelle Zeugnisse aus drei industriellen Zeitepochen gefunden worden. Allein dadurch hat die Ausgrabungsstätte laut Aussagen der Archäologen eine Bedeutung von europäischem Rang. Aus Sicht des Bürgermeisters ist es bewundernswert, wieviele Vereine und noch dazu über die Landesgrenze hinaus sich an dem Projekt beteiligen. So ziehen die Vereine Niederschelden, Gosenbach, Oberschelden, Niederschelderhütte, Mudersbach und Brachbach an einem Strang und zeigen, dass die Zeit des Kirchturmdenkens vorbei ist. Auch der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller, steht voll hinter dem Projekt.

 

Nachdem nun die Finanzierung gesichert ist, werden in 2018 die Planungen weitgehend abgeschlossen. Baubeginn für den Schutzbau und die Außenanlagen ist Mitte 2019, die endgültige Fertigstellung ist für Anfang 2020 vorgesehen. 

 

Übergabe des Förderbescheides im Oberen Schloss. Auf dem Bild von links zu sehen: Maik Köhler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Landrat Andreas Müller, Eckhard Uhlenberg, Friedrich Schmidt und Christian Weber sowie Bürgermeister Steffen Mues.
Heimat. Niederschelden

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